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Geschrieben von Avvuran am 04.07.2017

Eine Arbeitsgemeinschaft von Jung und Alt (Haller Kreisblatt 04.07.2017)



Halle (Elisa). Wie schiebe ich einen Rollstuhl? Wie verhalte ich mich den Hygienevorschriften angemessen in einem Altersheim? Auf diese Fragen wissen vermutlich die wenigsten Jugendlichen eine korrekte Antwort. In der Gesamtschule Halle allerdings können Schüler der Jahrgangsstufe sieben mit Wissen über diese Thematik punkten.

Jeden Mittwoch kommen sie als Arbeitsgemeinschaft (AG) »Jung trifft Alt« im Altenzentrum Eggeblick zusammen. Angefangen hat das Projekt vor gut 20 Jahren in der Realschule Halle als eine freiwillige Möglichkeit, sich außerschulisch sozial zu engagieren. Seit Beginn des laufenden Schuljahres ist aus dem nebenschulischen Angebot ein fester Bestandteil des Lehrplans geworden.

Ein halbes Jahr Erfahrungen mit älteren Menschen

Alle Siebtklässler wählen zwei Pflichtkurse aus einem größeren Angebot. Eines davon ist die »Jung-trifft-Alt-AG«. Hier sammeln die Teilnehmer ein halbes Jahr Erfahrungen im Umgang mit älteren Menschen, bei Interesse kann die Teilnahme verlängert werden. Zuletzt kamen jede Woche 16 Schülerinnen und Schüler mit ihrer Lehrerin Marion Krause, in das Altenzentrum, um dort Zeit mit den Bewohnern zu verbringen.

Agnes Bismayer leitet das Projekt mit den Schülern im Altenzentrum bereits seit 17 Jahren. Jede Woche informiert sie die Teilnehmer in einer Besprechung zunächst über den Ablauf der folgenden 90 Minuten.

Zu Beginn des Schuljahres wurden dabei zunächst die essenziellen Dinge im Umgang mit Senioren erlernt. Die Schüler erfuhren beispielsweise, dass man mit einigen Senioren besonders laut und deutlich sprechen muss. Das und viele andere Dinge, wie die Beachtung von klaren Hygieneregeln sind völlig neue Erkenntnisse für die Schüler. „Das Jahr ist dafür da, Erfahrungen zu machen und stellt gleichzeitig eine Abwechslung im Alltag der Bewohner dar“, sagt Agnes Bismayer.

So begegnen sich Jung und Alt beim Vorlesen, bei gemeinsamen Spaziergängen und tauschen sich über aktuelle Geschehnisse oder vergangene Zeiten aus. „Mensch ärgere Dich nicht zu spielen ist eine äußerst beliebte Beschäftigung“, hat Schülerin Elly Wienke dabei erfahren. Weitere Abwechslung bringen das Oktoberfest, der Nikolaustag, Karneval oder das Sommerfest, welche die Bewohner mit den Schüler gefeiert haben. „Allen Besuchern hat es dabei Spaß gemacht, mit uns zu tanzen“, berichtet der Schüler Arne Große-Butenuth begeistert. Und auch die Senioren haben Gefallen gefunden an den wöchentlichen Besuchen, wie beispielsweise die ehemalige Erzieherin Wilmer Metzner betont. Sie bezeichnet den Kontakt mit älteren Menschen als „bereichernde Erfahrung für die Schüler“ und fügt hinzu: „Schließlich sind wir ja alle mal jung gewesen“. Damit diese gemeinsame AG von Jung und Alt auch im nächsten Jahr stattfinden kann, haben die Schülerinnen und Schüler eine Präsentation über ihr Projekt erstellt, welches der Schule am kommenden Mittwoch im Schulzentrum Masch präsentiert wird. Bei der Veranstaltung soll Werbung gemacht werden, damit sich die zukünftigen Siebtklässler genauso zahlreich für die »Jung-trifft-Alt-AG« entscheiden.