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Geschrieben von Redaktion Gesamtschule am 12.06.2026

Draußen lernen! Gemeinsam wachsen! Teamgeist stärken!



Die Draußen-AG des Jahrgangs 6 erlebt Natur und Nachbarschaft hautnah.

Unsere Draußen-AG mit 16 SchülerInnen aus verschiedenen Klassen des Jahrgangs 6 beginnt im Januar 2026 mit dem freundlichen Kennenlernen – und mit klaren Absprachen für unsere gemeinsame Zeit draußen. Schnell wird deutlich: Wir sind bei jedem Wetter draußen unterwegs, achten aufeinander und bewegen uns in festen Tandems. Sichtkontakt, die STOP-Regel und ein verantwortungsvoller Umgang mit Materialien und Foto-/Filmmedien geben uns Sicherheit. Auch Themen wie passende Kleidung, Sonnen- und Zeckenschutz oder Hinweise zur persönlichen Gesundheit und Medikamenteneinnahme (vertraulich) gehören von Anfang an dazu. Und Mitbestimmung: Was sind die Erwartungen? Was geht? Was nicht. Jedes Mal geben wir dem Sekretariat vorher unseren Standort durch und packen immer eine Erste-Hilfe-Tasche ein.

Die Natur entdecken – mit allen Sinnen

Schon bei unseren ersten Erkundungen rund um das Schulgelände gibt es viel zu entdecken: Schneeglöckchen am Wegesrand, Silber- und Graureiher in der Ferne, Kanada-Gänse auf den Wiesen. Eine tote Spitzmaus im Feld regt ebenso zum Nachdenken an wie ein Hahn, der sein Revier verteidigt. Immer wieder haben die Schülerinnen und Schüler Raum, sich frei zu bewegen, zu beobachten und eigene Entdeckungen zu machen.

Neue Gesichter, neue Verbindungen

Mit neuen Schülern und einem weiteren Teamer, dem erfahrenen Pädagogen Frank Winter, wächst unsere Gruppe weiter zusammen. Bei Spielen am Teich, beim Erkunden des Nahraums oder beim Sammeln von Weidenzweigen entstehen Gespräche, neue Annäherungen und ein zart wachsendes Gemeinschaftsgefühl.

Mit den Händen arbeiten – Natur gestalten

Besonders spannend ist das Arbeiten mit Naturmaterialien: Aus Weidenzweigen entstehen erste Bögen und Pfeile. Dabei lernen die Schülerinnen und Schüler den Umgang mit Werkzeugen und erleben ganz praktisch, wie sich Material biegen lässt, bricht, sich verändert. Gleichzeitig entdecken sie Weidekätzchen, beobachten Wildbienen und verfolgen das Leben im und am Tümpel – etwa Frösche und Kröten während der Paarungszeit und viel Froschlaich. Aufregend und interessant. Das gibt ein großes Halodri. Denn sie scheinen Parallelen zu ihrem Leben zu ziehen, wo die Pubertät Einzug hält.

Bewegung, Spiel und Miteinander

Auch Bewegung kommt nicht zu kurz: Auf Wunsch der Gruppe spielen wir gemeinsam auf dem Sportplatz. Ein Picknick mit selbst gebackenen Muffins sorgt dabei nicht nur für Stärkung, sondern auch für gute Stimmung und ein wachsendes Wir-Gefühl.

Anpacken im Miyawaki-Wald und Forschen am Wasser

In Kleingruppen wird gearbeitet und geforscht: Während eine Gruppe den Miyawaki-Wald pflegt und von Beikräutern befreit, erkundet die andere vorsichtig den Teich. Kleinfische, Wasserschnecken, Laich und andere Lebewesen werden beobachtet – und anschließend achtsam zurückgesetzt. Manche Schüler sind so begeistert, dass sie vor lauter vertieftem Tun bis zu den Knien im Wasser stehen und den MitschülerInnen viel von bestimmten Fischen und ihrer Angelerfahrung erzählen. Sie alle haben sichtlich Freude. Die Zeit vergeht wie im Flug.

Natur verstehen – Zusammenhänge erkennen

Neben der praktischen Arbeit geht es auch um Hintergründe: Warum ist der Miyawaki-Wald wichtig? Was ist ein Miyawaki-Wald überhaupt? Welches weltweite Projekt verbirgt sich dahinter? Welche Pflanzen zeigen bestimmte Standortbedingungen an? Zum Beispiel Wiesenschaumkraut für feuchte, Nelken und Margeriten für trockene Böden, ein Meer von blühendem Löwenzahn („Pusteblumen“) für reich gedüngte Erde. Die Schülerinnen und Schüler probieren essbare Pflanzen, hören von Rezepten und stoßen sogar auf gelb-ockerfarbenes Wasser in Abflussgräben. Gift? Nein, ein Anzeichen für eisenhaltiges Wasser.

Tierische Begegnungen, die bleiben

Ein besonderes Erlebnis ist die Begegnung mit einer Rinderherde und frisch geborenen Kälbern auf der Weide in der direkten Nachbarschaft zu unserer Schule. Dabei lernen die  SchülerInnen, wie man sich den Rindern gegenüber respektvoll verhält: nämlich leise und mit vorsichtigen Bewegungen. Denn eine Mutterkuh-Herde, ganzjährig draußen, mit dazu Stieren kann trotz der friedlichen Zuchtrasse schnell gefährlich werden, wenn sie durch lautes Zurufen provoziert wird: „Mütter schützen ihre Kinder, ihre Kälber!“ Gespräche mit dem Herdenbesitzer ermöglichen zusätzliche Einblicke und machen die Situation besonders eindrücklich für die Draußen-AG. Seitdem grüßen wir die Herde immer vorsichtig und achtsam – und ein wenig schon als ExpertenInnen.

Genau hinschauen: Pflanzen und Bäume bestimmen

Blätter, Blüten und Früchte werden gesammelt und verglichen. In einem Baum-Quiz lernen die Schülerinnen und Schüler verschiedene Arten kennen: Espe, Eiche, Weide, Kastanie, Ahorn, Birke, Esche… Auch schwierige Pflanzen-Unterscheidungen – etwa zwischen Bärlauch und Maiglöckchen – werden gemeinsam erarbeitet. Dass es nass und kalt ist, stört einige. Wie ist das noch mit angemessener Kleidung und montags morgens den Wetterbericht in Halle (Westf.) checken?

Wenn das Wetter uns herausfordert

Meistens spielt das Wetter mit, doch nicht immer: Bei sehr, sehr starkem Regen suchen wir Schutz, beraten lautstark –und laufen schnell gemeinsam zurück zur Schule. Dabei achten alle auf ihren Tandem-Partner: Ist er, ist sie auch dabei? Dann wird sich abgetrocknet, manches Kleidungsstück luftig aufgehängt und heißer Tee getrunken. Ein Keks wärmt die Seele. Solche Situationen nutzen wir, um über passende Kleidung, gegenseitige Rücksichtnahme und unser Verhalten in der Gruppe zu besprechen. Was ist uns gut gelungen? Was kann noch schöner werden? Was tue ich dazu? Was brauche ich?

Mitbestimmen, weiterentwickeln und Danke sagen

Die Draußen-AG lebt von der Beteiligung und Wertschätzung aller – auch in schwierigen Situationen. Das gelingt nicht immer. Völlig normal! Konflikte gehören dazu, Lösungen zu finden auch. Manchmal mag es länger brauchen…Wünsche unserer SchülerInnen werden regelmäßig aufgegriffen und in die Planung einbezogen. In Feedbackrunden reflektieren wir gemeinsam unsere Erfahrungen und entwickeln die AG weiter.

Bis zum Sommer wollen wir noch einmal Fußball spielen und den Miyawaki-Wald pflegen, bessere Bögen bauen und mit Pfeilen schießen, den Herdenbesitzer interviewen, noch einmal eine Exkursion durch unsere Gebiete machen – und einen feinen, fröhlichen Abschied feiern.

Schon jetzt ein großes Dankeschön an die 6er-Draußen-AG für die Natur- und Draußen-Zeit – und ihr geschenktes Vertrauen! Ich lerne immer wieder auch viel dazu!

Und Danke an unseren Co-Partner, Frank Winter, für sein naturpädagogisches Talent, seine Ideen und Tatkraft „in unserem bunten, wilden, doch immer ‚liebenswerten Haufen‘ der Draußen-AG!

Einblicke von AG-Leiterin Dani Fries (pädagogische Fachkraft im Gemeinsamen Lernen – MPT)